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ANKAUF Realisierungswettbewerb 2009
Auslober Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
Aufgabe Neubau/Umbau
Größe NF 1.354 m²
Wettbewerbsart Realisierungswettbewerb
Das Grundstück des ehemaligen Schulgebäudes wird mit einem Sockelgeschoß gefüllt, welches sich dem abgesenkten Niveau des Vikariatsgartens öffnet. Seine Dachebene entspricht dem Niveau des bestehenden Hofes des Luthersterbehauses. Darauf entwickelt sich ein dreigeschossiger Kubus, welcher sich mit seinem Eingang dem Bereich zwischen Hof und Vikariatsgarten öffnet.
Zwischen Neubau und Giebel des Altbau-Seitenflügels wird ein Verbinder errichtet, welcher sich in verschiedenen offen bis geschlossenen Zuständen organisieren lässt. Hier besteht die Möglichkeit entsprechend den Bedürfnissen des Museumsbetriebes einen geschlossenen Übergang zwischen Neu- und Altbau zu schalten oder aber mit einer Öffnung aller Fassadenflügel Museumshof und Vikariatsgarten zu verbinden.
Der Museumsrundgang startet am Eingangsfoyer des Neubauteils. Über eine zentrale Erschließung mittels von oben belichtetem Treppenhaus sowie einem Aufzug werden alle Geschosse des Neubaus miteinander verbunden. Der Aufzug zur behindertengerechten Erschließung wird an der Schnittstelle zwischen dem Niveau des Eingangsbereichs und dem Niveau des Altbaus bzw. Hofes angeordnet, welche in die Dauerausstellung überleitet. Die Ausstellungsflächen werden klar zoniert und miteinander verwoben. Im Altbau befindet sich die Dauerausstellung, die dadurch mit dem historischen Kontext verortet bleibt. Der Museumshof bereichert dieses Ensemble als interner Bereich. Die Sonderausstellungen werden im Sockelgeschoß des Neubauteils untergebracht und erhalten über eine öffenbare geschosshohe Verglasung Bezug zum Vikariatsgarten.
Der grundlegende Entwurfsgedanke der Ergänzung des Ensembles mit einem selbstbewussten und präsenten Baukörper als Identifikationspunkt des neuen musealen Quartiers führt zu einer wahrnehmbaren Materialwahl bei der Fassadengestaltung, die sich dennoch in das Umfeld einfügt. Der Neubauteil wird als klarer Solitär formuliert, der sich als homogene bauliche Skulptur darstellt, ohne sich zu vereinzeln oder auszustellen. Der Baukörper lebt gestalterisch vom Wechselspiel einer homogenen geschlossenen Fläche aus Naturstein, die durch die innere Nutzung bedingt, von einzelnen großformatigen Glasflächen durchbrochen wird. Die Natursteinfassade nimmt bewusst Bezug zum Bestand der Stadtmauer bzw. der anderen historischen baulichen Anlagen. |